#12x12habits - Vorsätze umsetzen für Anfänger

Sonntag, 4. März 2018


Auf Instagram bin ich diese Woche auf das #12x12habits-Projekt aufmerksam geworden, das Lisa von Das Blaue im Himmel ins Leben gerufen hat. Und für jemanden wie mich, die sich aus Angst vor Überforderung und den daraus resultierenden Selbstvorwürfen zu Anfang des Jahres keine Vorsätze formuliert hat, aber gleichzeitig nicht wirklich zufrieden ist mit ihrem Selbst, das sich regelmäßig vom Schweinehund K.O. schlagen lässt, scheint die Herangehensweise des Projekts eine großartige Lösung zu sein.

Das Prinzip von #12x12habits ist es, sich 12 Monate lang jeden Monat eine neue Gewohnheit anzugewöhnen, indem man sich eben auf diese eine Sache konzentriert und darauf, sie wirklich jeden Tag durchzuziehen. So hat man keine ewig lange Liste an Dingen, auf die man achten muss, aber trotzdem nach einem Jahr 12 neue gute Angewohnheiten. Klingt doch super, oder?

Klar ist ein Jahr ein langer Zeitraum, und man möchte doch sofort "die beste Version seiner selbst" sein (was auch immer das sein soll), aber ich kann mir vorstellen, dass diese Taktik für alle, die sich selbst, wie ich es tue, oft viel zu viel Druck machen, aber andererseits auch schnell aufgeben, wenn es nicht so läuft, wie geplant, sehr sinnvoll ist. Startschuss des Projektes war am 1. März, aber so lange ist das ja noch nicht her - falls noch jemand schnell einsteigen will!

Ich habe mir bis zum März 2019 folgende 12 Dinge vorgenommen:


1. Mich jeden Abend abschminken und pflegen.

Abends bin ich immer schon sehr früh sehr müde. Und zwar oft so müde, dass ich mich nicht mehr aufraffen kann, auf dem Weg vom Sofa ins Bett noch einen Umweg ins Bad zu machen, um mich dort bettfertig zu machen. (es ist mir übrigens total unangenehm, das zuzugeben, aber hey, Authentizität!) Aber nicht nur widere ich mich dann am nächsten Morgen selbst an, sondern meine Haut, die nicht gerade pflegeleicht ist, spielt auch komplett verrückt, wenn ich das mehrere Tage am Stück so mache. Deshalb ist mein Ziel für diesen Monat, den Zwischenschritt Badezimmer auf den Weg ins Bett zur Selbstverständlichkeit zu machen.

2. Jeden Abend vor dem Schlafengehen Tagebuch schreiben.

Schon seit längerem schreibe ich mir jeden Abend drei Dinge auf, für die ich an diesem Tag dankbar war bzw. über die ich mich gefreut habe. Nächsten Monat möchte ich diese Gewohnheit gerne erweitern und zu jedem Tag noch ein paar Sätze schreiben, um mich darin zu üben, aufmerksam durch den Tag zu gehen und mich mehr mit meinen Gefühlen in Alltagssituationen zu verbinden. (klingt wie aus einer Therapiesitzung, ist auch aus einer Therapiesitzung!)

3. Jeden Morgen um 7:00 Uhr aufstehen.

Eigentlich schon immer eher eine Frühaufsteherin, fällt es mir in letzter Zeit echt schwer, aus dem Bett zu kommen, insbesondere wenn ich aufstehen muss, um zur Arbeit oder zur Uni zu fahren. Gleichzeitig habe ich aber bemerkt, wie gut es mir tut, mir am Morgen viel Zeit zu nehmen, um gemütlich in den Tag zu starten anstatt mich, um noch ein wenig länger im Bett bleiben zu können, danach beeilen zu müssen. Auch am Wochenende ist es ein tolles Gefühl, morgens die Ruhe genießen zu können, bevor der Rest des Hauses aufsteht, und mir richtig viel Zeit für mich nehmen zu können. Deshalb möchte ich wieder früh aufstehen um den Morgen, meine produktivste und entspannteste Tageszeit, ausgiebig nutzen zu können.

4. Jeden Morgen zumindest kurz meditieren.

Meditation und ich, das ist so eine Sache. Meine Gedanken können nämlich einfach nicht die Klappe halten. Kaum schließe ich die Augen, um mich auf mich selbst und das Hier und Jetzt zu besinnen, fängt es an, das große "Du musst noch X und vergiss nicht Y und nachher wolltest du noch Z...". Aber Meditation ist, wie ich schon von so vielen Leuten gehört habe, eine Übungssache. Und Übung ist Routine. Deshalb sollen ein paar Minuten Meditation Teil meiner täglichen Routine werden.

5. Mir jeden Abend 10 Minuten Zeit nehmen, um die Wohnung ein bisschen aufzuräumen.

Ich brauche eine gewisse Ordnung, um mich wohlzufühlen. Möglicherweise liegt das an der Hochsensibilität und der daraus folgenden Empfindlichkeit gegenüber "visual clutter", wie es so schön heißt. Fakt ist: wenn ich morgens aufstehe und das erste was ich sehe, ist ein Haufen dreckiges Geschirr, bin ich gleich gestresst und schlecht gelaunt. Und wer morgens in einer aufgeräumten Wohnung aufwachen will, muss sich abends wohl oder übel Zeit nehmen, ein wenig Ordnung zu schaffen, auch wenn die Augenlider schon so schwer und das Sofa so gemütlich ist. 10 Minuten Aufräumzeit sollten genügen, um das größte Chaos zu beseitigen und sind auch eine Zeitspanne, die klein genug ist, um mich selbst dazu motivieren zu können. Und sobald ich mir selbst das angewöhnt habe, muss ich nur noch meinen Freund, der immer später ins Bett geht als ich, auch dazu bringen, seinen Kram noch aufzuräumen... ;)

6. Täglich an die frische Luft gehen.

Frische Luft tut mir gut. Natur lässt mich aufatmen. Schon eine Viertelstunde im Grünen verbessert meine Stimmung deutlich. Aber trotzdem kann ich mich, gerade wenn es draußen irgendwie ungemütlich aussieht, oft nicht dazu überwinden. Aber ein wenig Zeit an der frischen Luft sollte jeden Tag möglich sein: zwischen den Vorlesungen eine Runde über den Campus drehen. Nach der Arbeit eine Station früher aus dem Bus aussteigen und den Rest des Weges nach Hause laufen. Am Wochenende gerne auch einen ausgedehnten Spaziergang machen. Dies soll eine neue Gewohnheit werden.

7. Jeden Abend mindestens 10 Seiten lesen, statt vor dem Schlafengehen am Handy zu daddeln.

Dass man vor dem Schlafengehen das blaue Licht von Handy-, TV- oder Laptopbildschirmen meiden soll, um gut schlafen zu können, weiß ich sehr wohl. Trotzdem habe ich es mir irgendwie angewöhnt, nach dem Abendessen auf dem Sofa herumzuhängen und ziellos durch Instagram zu scrollen oder irgendwelche Handyspiele zu spielen, bis ich so müde bin, dass ich es kaum noch schaffe, mich ins Bett zu schleppen. Und dort setze ich dann zur nächsten Runde an. Das möchte ich mir abgewöhnen und stattdessen das Lesen vor dem Schlafengehen - wie früher - wieder zur Gewohnheit machen. (sollten meine Augen wirklich zu müde oder die Konzentrationsfähigkeit zu gering sein, ist ein Hörbuch oder Podcast auch okay)

8. Jeden Morgen schreiben: sei es für den Blog, eine Geschichte oder einfach ein paar Gedanken.

Ich habe das Schreiben verlernt. Das war, glaube ich, meine herzzerschmetterndste Erkenntnis der letzten Jahre. Mir, "Romanautorin" mit neun, Geschichtenschreiberin durch die gesamte Mittelstufe hindurch und Kurzgeschichtengenie des Wahlfachs Literatur und Theater, flossen die Worte nicht mehr einfach so auf das Papier. Jahrelange Pause und das Kultivieren von Selbstzweifeln haben meine mentale Tinte trocknen lassen. Aber ich bin mir sicher, dass ich das Schreiben wieder lernen kann, wenn ich mir nur Zeit dafür nehme. Und das möchte ich nun jeden Morgen tun.

9. Mir jeden Morgen vor der Meditation Zeit für eine (zumindest kurze) Yoga-Session nehmen.

Yoga tut mir gut. Zwar gibt es in meinem Umfeld mehrere Leute, die sagen, Yoga sei kein "richtiger Sport", aber es ist bisher die einzige Sportart, bei der ich nicht nach ungefähr einer Minute dachte, dass ich mich lieber erschießen will als das noch eine Sekunde länger zu machen. Ich fühle mich nach einer kurzen Yoga-Einheit ausgeglichener, entspannter und mehr im Einklang mit meinem Körper. Da ich das für eine sehr gute Stimmung halte, um damit in den Tag zu starten, soll Yoga ein regelmäßiger Teil meines Morgens werden.

10. Täglich mit jemandem Kontakt pflegen, zumindest über WhatsApp o.Ä.

Ich bin eine dieser unausstehlichen Personen, die manchmal tagelang nicht auf Nachrichten antworten und sich nur sehr selten einfach so einmal melden. Das liegt nicht daran, dass die die Personen, die mir schreiben, nicht mag. Mir fällt nur abends, wenn ich müde bin, oft gar nichts ein, was ich antworten könnte. Und am nächsten Morgen habe ich die Nachricht vergessen. Oder aber ich sehe, dass ich 5 neue Nachrichten habe und bin davon so überfordert, dass ich das Handy den Rest des Tages nicht mehr anschaue. Und eine Unterhaltung von mir aus zu beginnen? Da fällt mir oft einfach nichts ein, was ich schreiben könnte, oder aber ich habe Angst, dass ich störe. Aber ich weiß, dass Beziehungen nicht so einseitig funktionieren. Und deshalb möchte ich mich in dieser Hinsicht bessern. Und mir selbst auch beweisen, dass ich nicht "einfach nicht kommunizieren kann".

11. Täglich etwas Neues (kennen)lernen.

Einfach so, ohne Druck, nur aus Interesse. Dies kann von ein paar Vokabeln über einen lustigen Fakt bis hin zu einem neuen Lied auf der Gitarre alles sein.

12. Jeden Tag mindestens 15 Minuten Gitarre spielen.

Apropos Gitarre - auch das regelmäßige Gitarrespielen möchte ich wieder zur Gewohnheit machen. Als Kind und Jugendliche hatte ich über 10 Jahre lang Unterricht, aber in den letzten 6 Jahren, in denen ich alle paar Monate mal die Gitarre in die Hand genommen habe, habe ich einiges verlernt. Um dagegen zu wirken, möchte ich wieder regelmäßig spielen.


Im Beitrag zum Projekt auf Das Blaue im Himmel gibt es alle Informationen. Wie sieht es aus? Macht jemand von euch noch mit?

Kommentare

  1. Hey Cora,
    wie cool, dass du mitmachst! Es ist genau, wie du sagst: Am liebsten wollen wir immer alles ganz schnell und gleich und werfen dann spätestens nach zwei Wochen das Handtuch, weil wir nicht eine kleine Angewohnheit einführen, sondern gefühlt unser halbes Leben über den Haufen werfen müssen.
    Deine Ideen gefallen mir übrigens sehr gut und "täglich Tagebuch schreiben" habe ich gleich noch in das Inspirationsdokument in der Teilnehmergruppe auf Facebook aufgenommen.
    Bezüglich des Frühaufstehens habe ich vielleicht hier ein paar Tipps für dich: https://www.dasblaueimhimmel.de/fruhaufsteher-werden/
    Ich bin auf jeden Fall schon gespannt auf deine Erfahrungen!
    Viele liebe Grüße,
    Lisa

    P.S.: Die Aktion hat zwar Anfang März begonnen, aber theoretisch kann man jeden Monat einsteigen, also auch für die Leser, die die Idee erst später sehen, ist das Ganze noch möglich

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  2. Hallo Cora,

    ich habe gerade deine tollen Ideen gelesen und musste bei der Nummer 10. TÄGLICH MIT JEMANDEM KONTAKT PFLEGEN, ZUMINDEST ÜBER WHATSAPP O.Ä. schmunzeln. Genau diesen Punkt habe ich auf meiner Liste und ich bin genau der gleiche Typ wie du. Ich beginne auch nie von mir aus ein Gespräch und antworte sehr, sehr spät auf Nachrichten. Ich bin froh, dass es anderen auch so geht :-)

    Liebe Grüße
    Angelika von www.umgekrempelt.at

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  3. Liebe Angelika,

    ich glaube, es geht mehr Leuten so, als wir immer so denken :D Ich schau gleich mal, was du sonst so auf deiner Liste hast, vielleicht finde ich ja noch das ein oder andere gute Vorhaben :)

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Ich freue mich über deine Gedanken! :)

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